Wie digital ist ihre Apotheke?

Fax oder E-Mail?

E-Health und Digitalisierung beschäftigen Apotheker bereits seit einigen Jahren. Obwohl sich niemand vor der digitalen Welt verschließen kann, lieben Apotheker das Faxgerät – und werden dafür belächelt. Aber ohne geht es oftmals auch gar nicht, denn noch immer finden Kostenvoranschläge, Versorgungsanzeigen oder Bestellungen auf altmodischem Weg ihren Weg hinaus in die Welt. Dennoch gehören Bestellungen per App längst zum Alltag. Was läuft in Ihrer Apotheke digital?

Der Digitalisierung sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Nicht einmal vor der Sichtwahl macht sie halt. Standen Apotheker noch vor Jahren vor braunen schweren Holzschränken, leuchtet heute vielerorts ein digitales Angebot. Per Touchscreen können die abgebildeten Arzneimittel über den Kommissionierautomaten zum HV-Tisch angefordert werden. Ein Klick und einmal umdrehen, schon liegt die Packung vor dem Kunden. Vorbei die Zeit, als Apotheker noch Arzneimittelpackungen aus meterlangen Schubladen zauberten.

Wer heutzutage keine Homepage, keinen Online-Shop oder keinen Auftritt in den sozialen Medien hat, verliert den Kunden beim Verlassen der Apotheke direkt an der Tür. Stammkunden sind heute Follower und sagen „Daumen hoch“ oder vergeben „fünf Sterne“, statt einfach „Danke für gute Beratung“ von Angesicht zu Angesicht zu sagen.

Statt bunter Abholzettel vergeben einige Apotheken einen digitalen Pin, mit dem die Kunden die bestellte Ware rund um die Uhr aus dem Abholautomaten abholen können. Bestellungen sind nicht mehr nur per Telefon, sondern auch per App möglich. Dort können sogar Rezepte hochgeladen werden, sodass die georderten Arzneimittel zur Abholung in der Apotheke bereitliegen.

Das Rezept kommt ebenfalls bald digital. 2021 soll es Deutschland soweit sein. 17 europäische Länder zeigen aktuell, wie es geht. Kroatien, Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Schweden, Spanien, Schweiz und Großbritannien haben das eRezept eingeführt. Nicht nur die rosafarbenen Muster-16-Formulare, sondern auch BtM-Rezepte werden digital. Betäubungsmittelverordnungen könnten künftig als Datenblock – Blockchain-basiert – die Apotheke erreichen.

„Hast du die Notdienstanzeige gewechselt“, ist ebenfalls ein Satz aus der analogen Welt. Früher wurden in die beleuchtete Anzeige einzelne Schilder aus Plastik eingesetzt – je nachdem, wer gerade Notdienst hatte. Jede Woche wurde die Anzeige aufs Neue bestückt. Heute läuft auch das digital, dank einer automatischen Synchronisation mit dem Server der jeweiligen Apothekerkammer. Ein Flatscreen zeigt, wo sich die nächste notdiensthabende Apotheke befindet. Auch Dienstpläne und Lohnabrechnungen sind längst digital.


Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat vorgesorgt und eine App entwickelt, für die sich Apotheken bereits registrieren können. Mithilfe der App können Patienten das eRezept in der Apotheke ihrer Wahl einlösen. Jedoch ist die Gefahr groß, dass Patienten die digitale Verordnung online und nicht in der Apotheke vor Ort einlösen.

eRezept, digitale Patientenakte und digitale Währung. In einigen Apotheken kann nicht nur bar oder mit der Geldkarte, sondern auch mit Kryptowährung bezahlt werden. Der Bitcoin ist auch in den Apotheken angekommen. Ebenso Payback: Punkte sammelt der Apothekenkunde von heute digital und nicht mehr auf der Stempelkarte.

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