Erste Hilfe in der Apotheke

Ob Ohnmacht oder blutende Wunden in der Apotheke oder ein Unfall direkt vor der Eingangstür – zur ersten Hilfe ist erst einmal jeder verpflichtet – vorausgesetzt, man handelt nicht grob fahrlässig oder schadet dem Betroffen vorsätzlich. Apotheken müssen gemäß den Vorgaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) einen Ersthelfer benennen, der in Erster Hilfe ausgebildet wurde.

Die Mindestanzahl der Ersthelfer ist in § 26 DGUV Vorschrift 1 festgelegt. In Betrieben mit 2 bis 20 anwesenden Versicherten muss ein Ersthelfer benannt werden. Allerdings muss über die gesamte Öffnungszeit ein Ersthelfer zur Verfügung stehen. Somit gibt es in Apotheken oft mehrere Ersthelfer. In Betrieben mit mehr als 20 anwesenden Versicherten sollte die Zahl der Ersthelfer in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 Prozent und in sonstigen Betrieben 10 Prozent betragen. Ersthelfer kann grundsätzlich jeder Apothekenmitarbeiter werden, sofern keine gravierenden körperlichen oder psychischen Gründe dagegensprechen.

Um Ersthelfer zu sein, muss ein Erste Hilfe Lehrgang von neun Unterrichtseinheiten absolviert werden. Ersthelfer bleibt man nicht automatisch sein Leben lang. Um den Titel zu behalten, muss spätestens alle zwei Jahre ein Auffrischungskurs, das sogenannte Erste Hilfe Training, durchgeführt werden. Die Kosten für die neun  Unterrichtseinheiten werden von den Unfallversicherungsträgern übernommen.

A und O im Notfall ist es, ruhig zu bleiben und besonnen zu handeln. Der Ersthelfer soll weder sich noch andere in Gefahr bringen und schnellstmöglich den Rettungsdienst rufen. Dabei gilt es die fünf W zu beachten:


Wo wird Hilfe benötigt? (Name und Anschrift der Apotheke)
Was ist geschehen?
Wie viele Personen sind betroffen?
Welche Verletzungen oder Beschwerden hat der Betroffene?
Warten – falls die Rettungsstelle Rückfragen hat.

Angehende Ersthelfer lernen unter anderem, wie eine Unfallstelle abzusichern ist, Betroffene in die stabile Seitenlage zu bringen und wie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ausgeübt wird. Weitere Inhalte sind der Umgang mit einem automatischen externen Defibrillator (AED, Laiendefibrillator), die Beatmung des Opfers sowie was bei verschiedenen Akutsituationen wie Schlaganfall, Verbrennungen oder Vergiftungen zu tun ist.

Arzneimittel – mit der Ausnahme Adrenalin-Pens – dürfen auch Ersthelfer nicht verabreichen. Sie dürfen dem Betroffenen lediglich sein Asthmaspray oder das Nitrospray im Falle eines Angina-pectoris-Anfalls reichen. Die Anwendung muss der Patient selbst übernehmen.

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